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Überdenken Sie Ihre Ansprüche an sich
selbst.
Insbesondere chronisch kranken
Patienten fällt es schwer, wenn sie
Aufgaben nicht mehr bewältigen können,
die ihnen am Herzen liegen.
Doch auch Angehörige kennen das
Anspruchsdenken aus ihrem Alltag:
Die Wohnung muss ordentlich sein,
der Kuchen muss selbst gebacken
sein, abends muss es warmes Essen
geben, der Weihnachtsbasar kommt
nicht ohne mich aus – STOPP!
Haben Sie es überhaupt schon einmal
anders probiert? Durchforsten
Sie einmal Ihre Ansprüche an sich
und befreien Sie sich von einigen
Ansprüchen ganz bewusst. Ein Tipp
für die Suche: Wann immer Sie denken
„Ich muss“ oder „Ich kann doch
nicht“ sollten Sie hellhörig werden.
Sprechen Sie mit Ihrer Familie und
Ihren Freunden darüber, was Sie in
Zukunft stattdessen tun wollen oder
wo Sie Unterstützung brauchen.
Nein sagen.
Lernen Sie Nein zu sagen – und zwar
zu allen Menschen, die Ihnen mehr
Energie abverlangen, als Sie zur Verfügung
haben.
Vielen Menschen und insbesondere
Patienten, fällt es oft schwer, Nein
zu sagen.
Das ist leicht nachzuvollziehen, denn
„Nein sagen“ bedeutet, dass wir die
Bitten anderer Menschen ablehnen
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müssen und damit auch manchmal
enttäuschen. Ja-Sager sind nun einmal
beliebter als Nein-Sager.
Beherzigen Sie das Motto „Wer Ja zu
allen sagt, sagt Nein zu sich selbst“.
Nehmen Sie Sich einen Zettel zur
Hand und schreiben Sie alles auf,
was Sie tun, obwohl Sie es gar nicht
wollen (gemeint sind natürlich solche
Dinge, die Sie selbst beeinflussen
können und die nicht lebensnotwendig
sind).
Fragen, die Ihnen dabei helfen:
■ Was nervt mich regelmäßig?
■ Was tue ich, obwohl ich dazu gar
keine Lust habe?
■ Wozu fühle ich mich verpflichtet?
Zum Beispiel:
– Nachbarin will quatschen –
ich habe aber keine Zeit
– Schwiegermutter besuchen,
jeden Sonntag
– Kuchen backen für den Fußballverein
– in der Saison einmal pro
Woche
Entscheiden Sie dann für jeden Punkt:
1. Warum mache ich das?
2. Was passiert, wenn ich es nicht
mehr mache?
3. Will ich das weiterhin tun oder
lassen?
Wenn Sie sich für „weiterhin tun“
entscheiden, seien Sie sich bewusst,
dass Ihnen diese Tätigkeiten Energie
rauben. Diese Energie sollte deswegen
irgendwo eine neue Quelle
haben, d. h. einen Ausgleich, wo Sie
sich entspannen. Beispiel: „Ich backe
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den Kuchen für den Fußballverein,
aber bei den Auswärtsspielen fahre
ich nicht mehr mit!“ Wenn Sie Nein
sagen, so bitte bestimmt in der
Sache, aber weich zum Menschen.
Das bedeutet konkret:
■ Begründen Sie Ihr Nein, damit es
der andere versteht.
■ Achten Sie auf den freundlichen
Ton – der andere kann ja nichts dafür,
dass Sie diese Angelegenheit
schon seit längerem beschäftigt.
■ Bleiben Sie hartnäckig.
■ Wiederholen Sie ruhig zwei- bis
dreimal den Satz „Ich möchte
nicht mehr…, weil ich….“
Wichtig: Nur diesen einen Satz
wiederholen und immer dieselbe
Begründung angeben.
Fangen Sie nicht an, sich zu rechtfertigen
und lassen Sie sich nicht in
Diskussionen verstricken. |