Alltagstaugliche Tipps für Ihr Zeitmanagement

von Silke Fröhlich, step by step

Überdenken Sie Ihre Ansprüche an sich selbst.

Insbesondere chronisch kranken Patienten fällt es schwer, wenn sie Aufgaben nicht mehr bewältigen können, die ihnen am Herzen liegen. Doch auch Angehörige kennen das Anspruchsdenken aus ihrem Alltag: Die Wohnung muss ordentlich sein, der Kuchen muss selbst gebacken sein, abends muss es warmes Essen geben, der Weihnachtsbasar kommt nicht ohne mich aus – STOPP! Haben Sie es überhaupt schon einmal anders probiert? Durchforsten Sie einmal Ihre Ansprüche an sich und befreien Sie sich von einigen Ansprüchen ganz bewusst. Ein Tipp für die Suche: Wann immer Sie denken „Ich muss“ oder „Ich kann doch nicht“ sollten Sie hellhörig werden. Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Ihren Freunden darüber, was Sie in Zukunft stattdessen tun wollen oder wo Sie Unterstützung brauchen.

Nein sagen.
Lernen Sie Nein zu sagen – und zwar zu allen Menschen, die Ihnen mehr Energie abverlangen, als Sie zur Verfügung haben.

Vielen Menschen und insbesondere Patienten, fällt es oft schwer, Nein zu sagen. Das ist leicht nachzuvollziehen, denn „Nein sagen“ bedeutet, dass wir die Bitten anderer Menschen ablehnen

müssen und damit auch manchmal enttäuschen. Ja-Sager sind nun einmal beliebter als Nein-Sager. Beherzigen Sie das Motto „Wer Ja zu allen sagt, sagt Nein zu sich selbst“. Nehmen Sie Sich einen Zettel zur Hand und schreiben Sie alles auf, was Sie tun, obwohl Sie es gar nicht wollen (gemeint sind natürlich solche Dinge, die Sie selbst beeinflussen können und die nicht lebensnotwendig sind).

Fragen, die Ihnen dabei helfen:
■ Was nervt mich regelmäßig?
■ Was tue ich, obwohl ich dazu gar keine Lust habe?
■ Wozu fühle ich mich verpflichtet? Zum Beispiel:
– Nachbarin will quatschen – ich habe aber keine Zeit
– Schwiegermutter besuchen, jeden Sonntag
– Kuchen backen für den Fußballverein – in der Saison einmal pro Woche
Entscheiden Sie dann für jeden Punkt:
1. Warum mache ich das?
2. Was passiert, wenn ich es nicht mehr mache?
3. Will ich das weiterhin tun oder lassen?
Wenn Sie sich für „weiterhin tun“ entscheiden, seien Sie sich bewusst, dass Ihnen diese Tätigkeiten Energie rauben. Diese Energie sollte deswegen irgendwo eine neue Quelle haben, d. h. einen Ausgleich, wo Sie sich entspannen. Beispiel: „Ich backe















den Kuchen für den Fußballverein, aber bei den Auswärtsspielen fahre ich nicht mehr mit!“ Wenn Sie Nein sagen, so bitte bestimmt in der Sache, aber weich zum Menschen.

Das bedeutet konkret:
■ Begründen Sie Ihr Nein, damit es der andere versteht.
■ Achten Sie auf den freundlichen Ton – der andere kann ja nichts dafür, dass Sie diese Angelegenheit schon seit längerem beschäftigt.
■ Bleiben Sie hartnäckig.
■ Wiederholen Sie ruhig zwei- bis dreimal den Satz „Ich möchte nicht mehr…, weil ich….“
Wichtig: Nur diesen einen Satz wiederholen und immer dieselbe Begründung angeben. Fangen Sie nicht an, sich zu rechtfertigen und lassen Sie sich nicht in Diskussionen verstricken.

Das step by step Seminar: Alltagstaugliche Tipps für Ihr Zeitmanagement; hier als PDF-Download