step by step-Seminar „Kraftquelle im Alltag“:

step by step - Entspannen kann jeder – ÜBERALL

Gespräch mit Thomas Miebach, Diplom-Psychologe bei step by step- Personaltraining über einen Workshop zum Thema „Kraftquellen im Alltag“. Verschiedene Seminare dieser Art wurden bei den diesjährigen Patiententreffen den Teilnehmern angeboten. Die Resonanz bei den Patienten und ihren Angehörigen war sehr groß.

Herr Miebach, worum ging es in Ihrem Workshop genau und wie lange dauerte er?

Miebach: Der Workshop dauerte drei Stunden. Dabei ging es um Kraftquellen im Alltag, die man einfach und gezielt einsetzen kann, um sich besser zu fühlen. Jeder von uns kennt das Gefühl, ausgepowert zu sein. Bei diesen Quellen handelt es sich um Bilder, die man sich vorstellt, um Aktivitäten und um Entspannung.

Klingt nach ziemlich viel für einen kurzen Workshop. Kann man in so kurzer Zeit denn wirklich etwas Brauchbares vermitteln?

Miebach: Ja, das geht ganz schnell. Das Schöne an dem Thema ist, dass im Grunde jeder jeden Tag mit diesen Quellen in Kontakt ist. Wenn Sie zum Beispiel an Ihren letzten Urlaub denken, dann kommen dabei fast unweigerlich auch Erinnerungsbilder in Ihr Gedächtnis – das sind Vorstellungen, und die kann man auch ganz gezielt einsetzen.



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Thomas Miebach, Dipl.-Psychologe bei Step by Step, der während des diesjährigen Gaucher-Patiententreffens in Bremen in einem Workshop zeigte, wie man ohne Aufwand und überall zwischendurch einfach mal entspannen kann

Aktivitäten führen wir alle jeden Tag durch. Sei es, dass man arbeitet, Besuch bekommt, den Haushalt erledigt, auf der Couch liegt – all das sind Aktivitäten, und auch hier kann man gezielt ansetzen und bewusster planen, als man das im Alltag meist tut.

Und Entspannung findet auch jeden Tag statt. Ein tiefes Durchatmen, ein Verschnaufen auf dem Treppenabsatz, eine gemütliche Tasse Tee, ein Nickerchen zur Mittagszeit....


Wenn das alles so ganz alltäglich ist und jeder das sowieso jeden Tag tut, wofür ist dann ein Workshop nötig?

Miebach: Der Workshop soll den Patienten helfen, sich ihrer Stärken bewusst zu werden und ihnen Ideen vermitteln, wie sie diese häufiger und besser einsetzen können. Es ist nämlich so, dass die meisten Menschen fantastische Fähigkeiten haben, die sie viel weniger nutzen, als möglich wäre, weil sie ihnen so normal und alltäglich vorkommen oder weil sie einfach nicht auf die Idee kommen, sie zu nutzen. Das ist gar nicht so kompliziert, wie es jetzt vielleicht klingt. Fragen Sie sich doch zum Beispiel mal: Habe ich mein Vorstellungsvermögen schon einmal gezielt genutzt, um meine Befindlichkeit zu verbessern?


Mehr Zeit für mich – das kann man trainieren

Wenn ja – wann habe ich das zuletzt getan? Gibt es Aktivitäten, die mir gut tun und die ich häufiger ausüben kann? Gibt es Aktivitäten, die ich besser reduzieren sollte? Wann habe ich mir zuletzt Zeit genommen, mich gezielt und bewusst zu entspannen? Wie oft mache ich das pro Tag?

Es geht hier nicht darum, ein schlechtes Gewissen zu verbreiten, im Sinne von: „Oje, ich mache etwas falsch, ich muss dringend viel öfter entspannen!“ Vielmehr soll der Workshop durch einfache praktische Beispiele Lust darauf machen, seine Kraftquellen öfter mal anzuzapfen.

Ist das nicht zu schwierig für Patienten, die unter einer schweren Erkrankung und vielleicht unter starken Schmerzen leiden?

Miebach: Keine Frage, wer gesund ist und keine Schmerzen hat, hat es oft auch leichter, seine Kraftquellen zu nutzen. Und es handelt sich hier nicht um ein Wundermittel, mit dem

die Patienten geheilt oder komplett schmerzfrei gemacht werden können. Aber Patienten berichten immer wieder, dass sie mit Hilfe der im Workshop vermittelten Techniken ihre Befindlichkeit verbessern und ihre Lebensqualität steigern konnten – und das ist doch eine ganze Menge.

Haben Sie vielleicht ein Beispiel für so eine Methode für unsere Leser?

Miebach: Gerne. Es gibt eine schöne Vorstellungsübung, die Ihnen zu einem wunderschönen kleinen Kurzurlaub in der Phantasie verhelfen kann.

Für die Leser ist es wichtig, zuerst die Anweisung einmal ganz durchzulesen und dann mit der Übung zu beginnen.

Wenn es Ihnen möglich ist, störende Geräusche durch das Schließen von Fenstern oder Türen zu dämpfen, tun Sie dies nun bitte. Setzen Sie sich bequem hin. Spüren Sie, ob Sie wirklich bequem sitzen und korrigieren Sie andernfalls Ihre Sitzhaltung. Schließen Sie Ihre Augen oder suchen Sie sich einen Punkt im Raum, auf dem Sie Ihren Blick ruhen lassen können. Atmen Sie fünf Mal tief ein … und wieder aus. Stellen Sie sich nun vor, Sie wären in einer Landschaft, die Sie wunderschön finden – in Ihrer ganz persönlichen Lieblingslandschaft. Wie sieht es dort aus? Gibt es Berge, Meer, Wald …? Wie ist das Licht? Welche Jahreszeit ist in Ihrer Landschaft?

Ist es ruhig oder eher belebt? Was können Sie hören? Was riechen Sie? Können Sie vielleicht sogar Sonne oder Wind auf Ihrer Haut spüren? Möchten Sie lieber alleine dort sein, oder vielleicht jemanden mitnehmen? Bleiben Sie dort, so lange Sie möchten und nehmen Sie ein Bild der Landschaft in Ihrer Erinnerung mit. Sie können jederzeit hierhin zurückkehren ...

Eine schöne Übung!

Miebach: Ja. Eine ähnliche Übung habe ich mit den Teilnehmern im letzten Workshop gemacht, und die meisten von ihnen hatten dabei ein entspanntes und zufriedenes Lächeln im Gesicht. Eine Patientin, die ich einige Zeit nach einem Workshop wieder traf, berichtete mir, dass sie verschiedene Landschaften in der Vorstellung für sich erstellt habe, in die sie je nach Bedarf gehe – Sommerlandschaften, Winterlandschaften, Berge und Meer – das war eine sehr schöne Rückmeldung.




Das step by step Seminar: „Kraftquelle im Alltag“: Entspannen kann jeder – überall; hier als PDF-Download